Der einstige Marktflecken Aichstetten kündigt sich schon früh durch seinen mächtigen Kirchturm an. An der L 260 zwischen Memmingen und Leutkirch
gelegen, kann sich die Gemeinde noch zum Allgäu zählen. Die verkehrsgünstige Lage ließ Aichstetten schon sehr früh an der Geschichte teilnehmen. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen wird
„Eihsteti“ bereits im Jahr 797 erwähnt. Stumme Zeugen weisen auf eine viel frühere Besiedlung hin. Die gut erhaltene „Keltische Ziehburg“ auf dem Buchkapf oder die 1790 entdeckten alemannischen
Reihengräber an der Straße nach Memmingen lassen auf eine Besiedlung schon vor unserer Zeitrechnung schliessen.
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Die Gemeinde ist aus einem der vier Gerichte der Grafschaft Zeil hervorgegangen. Im Jahre 983 kam der Ort in den Besitz
des Klosters Petershausen, das ihn 1491 an Truchseß Johann zu Waldburg weiterverkaufte. Dieser vereinigte die Besitzung mit der Grafschaft Zeil. Die Landeshoheit und die Grundherrschaft lag beim Inhaber der
Herrschaft, ebenso das Patronat über die Pfarrkirche St. Michael. Von Aichstetten stammt Pfaff-Florian, der im Bauernkrieg Hauptmann des Haufens auf der Wurzacher Heide war. 1806 erhoben Bayern und Württemberg
Anspruch auf die Gemeinde. Der rechtliche Besitzanspruch blieb bis 1810 unentschieden, dann jedoch kam Aichstetten mit Altmannshofen unter die Oberhoheit Württembergs.
In früheren Jahrhunderten waren der Holzhandel und die Beförderung des Holzes auf der Aitrach eine der
Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Daneben waren bis in die jüngste Vergangenheit die Landwirtschaft und das dazugehörige Handwerk in Aichstetten die wichtigsten Existenzgrundlagen. Erst Ende der achtziger Jahre
trug die Gemeinde mit der Erschliessung eines 7 ha grossen Gewerbegebietes der rückläufigen Entwicklung in der Landwirtschaft Rechnung. Mitte der neunziger Jahre kam ein Gewerbegebiet an der Autobahnanschlussstelle
Altmannshofen dazu. In beiden Gebieten entstanden mehr als hundert der so dringend benötigten neuen Arbeitsplätze.
Altmannshofen
Die Bevölkerungsentwicklung geht mit wenigen Ausnahmen stetig nach oben. Dafür mitverantwortlich ist eine für dörfliche Verhältnisse
gute Infrastruktur und eine rege Bautätigkeit. Mit grossen Anstrengungen wurden die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung erneuert und vervollständigt. Kindergärten und
Schulgebäude sind ausreichend vorhanden. Feuerwehr und Bauhof sind in neuen Gebäuden untergebracht und gut ausgestattet. In der nahen Zukunft wird sich die Gemeinde darauf
konzentrieren, das Geschaffene zu erhalten und durch Konsolidierung der Finanzen neue Spielräume für die Zukunft zu schaffen.